Homeschooling in Zeiten von Corona

Seit den Schulschließungen im März wurden unsere SchülerInnen im Home-Schooling unterrichtet. Die Lehrkräfte an der Herder-Schule stehen dabei unseren SchülerInnen weiterhin täglich über Videokonferenzen und Lernplattformen zur Verfügung. Die SchülerInnen bzw. ihre Eltern laden sich die Materialien selbstständig herunter und bereiten die Übungen durch Unterstützung von Video-Konferenzen vor. Dies ermöglicht es, den SchülerInnen, sich sogar im Klassenverband zu sehen – wenn auch nur im Videokonferenzformat. Denn der soziale Kontakt innerhalb der Klasse ist wichtig und verbindet. Auch unsere Abschlussklasse konnte sich somit intensiv auf ihre mündlichen Speaking-Tests vorbereiten.
Das Lernen zuhause ist zwar eine große Herausforderung, doch kommen manche SchülerInnen auf sehr kreative Ideen, wie beispielsweise das Vorlesen und Aufnehmen eines gelesenen Textes im Deutschunterricht. So verbessern sie nicht nur die Medienkompetenz, sondern gleichzeitig auch die Lesekompetenz. Darüber hinaus lernen die SchülerInnen selbstständig zu arbeiten. Ein hohes Maß an Selbstdisziplin wird dabei gefordert.
Eine große Anzahl an individuellen Rückmeldungen ermöglicht es, gezielt an fächerspezifischen Problemen zu arbeiten. So konnten sich schon einige SchülerInnen, insbesondere der unteren Jahrgangsstufen deutlich verbessern.
Schwächere Schüler können sich im Home-Schooling die Arbeit individuell einteilen und sich die eigens benötigte Zeit  nehmen, die sie für die Bearbeitung der Aufgaben brauchen. So gut als möglich steht der jeweilige Fachlehrer dabei stets beratend zur Seite.
Doch auch der Sport soll nicht zu kurz kommen. Im Fach Sport werden Stationskarten für die Bewegung zuhause und an der frischen Luft im Garten zur Verfügung gestellt. Denn in gerade einer solch schwierigen Zeit steigert Bewegung nicht nur die Fitness, sondern baut auch psychischen Stress ab. So konnten und können sich unsere SchülerInnen auch während der Corona-Ausgangsbeschränkungen und Schulschließung sportlich betätigen. SchülerInnen aus der Artistik-AG haben sich sogar ein eigenes Vertikaltuch gekauft, um zuhause weiter zu üben. So wird dann auch mal das elterliche Wohnzimmer zur Artistik Arena (siehe Bild).
Die krisenbedingte Isolation zu Hause hat also nicht nur Nachteile, sondern bringt vielleicht auch den einen oder anderen Vorteil. Daher für alle, die sich noch etwas gedulden müssen: Haltet durch!
Doch bereits seit zwei Wochen können unsere Abschlussschüler wieder in die Schule gehen, gefolgt von der 9. Klasse am heutigen Montag. Nächste Woche geht es dann mit der 5. und 6. Klasse weiter und wir blicken mit Zuversicht in die kommenden Schulwochen, wenn es dann auch für die letzten Klassen heißt: Wir freuen uns, auf ein Wiedersehen in der Schule!
Und das Gute an der Herder-Schule – Da wir nur Klassen bis zu 17 SchülerInnen haben, dürft ihr dann nach der Öffnung alle regelmäßig und nach Stundenplan kommen, keine Gruppenaufteilungen und Schule zu Hause im Wechsel mit Präsenzunterricht, wie an anderen Schulen!
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Einige Statements zum Home-Schooling
von Schülerinnen und ihren Eltern

Aussage einer Schülerin:         "Ich kann morgens länger schlafen, und muss mich nicht immer so hetzen.

Ich habe jetzt viel mehr Zeit für mein Pony. Ich kann mir die Schulaufgaben so einteilen, wie ich es will. Meine Mama hat jetzt viel mehr Zeit für mich. Das Einzige was mir fehlt, sind die Lehrer und meine Freunde.“

 

 

Aussage einer Mutter: "Erst jetzt fällt mir auf, dass ich viel zu viel gearbeitet habe, ja, ich kann sagen, ich hab mich fast in der Arbeit selber verloren...

jetzt, als ich zwangsweise zur Ruhe gekommen bin, hab ich mich wieder gefunden!  Mir wurde bewusst, wie wenig man doch braucht um glücklich zu sein !               

Ich weiß auch, warum sich Lucy verbessert hat: Sie kann in Ruhe viel besser und  konzentrierter arbeiten...Ich hoffe, wir können uns einige dieser Dinge bewahren für die Zeit nach CORONA.“ 

Aussage einer Mutter: „Anfangs hatten wir mächtig Respekt vor dieser ungewissen Zeit. Wie sollte es mit der Schule weitergehen? Würden wir unsere Tochter daheim ausreichend dazu motivieren können, ihre Schularbeiten zu erledigen?

Und tatsächlich gestaltete sich die erste Zeit etwas schwierig. Es gab viel Frust darüber, dass man die Schulfreunde nicht sehen konnte und vor allem auch darüber, dass die drei kleinen Geschwister quasi Dauerferien haben – ohne Pflichten und Zeitpläne.

Nach gut zwei Wochen wurde es aber besser - alles hatte sich etwas eingespielt - und in den Osterferien hat unsere Tochter die Arbeitsaufträge sogar sehr vermisst. Durch die Videokonferenzen läuft es jetzt zum Glück noch besser. So können die Schüler sich sehen, miteinander und auch mit den Lehrkräften interagieren. Das steigerte zumindest bei ihr die Motivation wieder enorm.

Wir sind gespannt, was die nächsten Wochen und Monate bringen, sind aber voller Zuversicht."

 

Aussage einer Schülerin:         „Mir fehlen meine Schulfreunde und auch die Lehrer. Es macht wenig Spaß, so alleine vor sich hinzuarbeiten, aber jetzt sehe ich wenigstens wieder alle in den Videokonferenzen. Das freut mich. Trotzdem hoffe ich, dass die Schule bald wieder normal weitergeht und dieser blöde Virus endlich besiegt wird.

Daheim turne ich viel am Tuch und auf der Airtrack Matte. So übe ich für die Artistik AG und halte mich fit.“

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